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Hardware-Test: Max! Heizungssteuerung

Langer Tag gewesen. Mal wieder. Schlüssel rumdrehen, ich komme endlich heim. Und werde von flauschigen 14 °C Raumtemperatur empfangen. Mist. Hab ich heute früh schon wieder vergessen die Heizung anzumachen. Nagut, da muss ich jetzt durch. Damit es möglichst schnell warm wird, wird die Heizung natürlich sofort auf die höchste Stufe hochgedreht und ran geht's an die Aufgaben, die es noch zu erledigen gilt.

Eine halbe Stunde später. Ein auf meine Mathematik-Hausaufgabe auftreffender Schweißtropfen signalisiert mir, dass ich das mit der Heizung schon wieder vergessen habe. Zum zweiten mal. Das Thermometer zeigt übrigens kuschelige 30 °C. Nett.

Solche oder ähnliche Geschichten (Fenster "nur mal 5 Minuten" aufmachen zum Lüften und vergessen, etc.) werdet ihr bestimmt auch schon öfters mitgemacht haben. Und weil hier der ganze Haushalt keinen Bock mehr hat, sich Tag für Tag um die Heizung Gedanken zu machen, hab' ich mal das "Max! Heizungssteuerungssystem" ausprobiert.

Alle getesteten Max Produkte. Sortiert nach Zufall.
Alle getesteten Max Produkte. Sortiert nach Zufall.

Hardware

Heizungsthermostat

Das System besteht aus mehreren Komponenten, die per Funk miteinander kommunizieren. Eine Komponente ist das Heizungsthermostat (ca. 30€). Ausgestattet mit einem kleinen Motor, einem großen, beleuchteten LCD Display und einem noch größerem Rad zum manuellen Einstellen der Temperatur ist es nur etwas größer wie ein normales Thermostat. Zur Messung der Temperatur und zum Erkennen von offenen Fenstern ist ein Thermometer an Board. Erwähnenswert ist auch die Boost-Funktion, die 5 Minuten lang das Ventil auf 80% Leistung aufdreht (Werte konfigurierbar). Die ist vor allem praktisch, wenn man viel zu früh nach Hause kommt und noch alle Räume kalt sind. Betrieben wird jedes der Geräte mit zwei AA Batterien, womit die Laufzeit laut Hersteller etwa zwei Jahre beträgt.

Max! Heizungsthermostat
Max! Heizungsthermostat

Die Installation der Ventile geht relativ einfach von statten: Erst das alte Ventil auf die höchste Stufe aufdrehen, anschließend wird es abgeschraubt. Dabei müsst ihr keine Angst haben, dass gleich Wassermassen aus der Leitung schießen – geregelt wird von dem Thermostat lediglich ein kleiner Stift. Je nach dem, wie tief er in Richtung Heizung gedrückt wird, wird die Temperatur geregelt. Anschließend könnt ihr das neue Thermostat aufschrauben. Und falls ihr Heizungsventile mit komischen Anschlüssen habt: es liegen ein paar Adapter dabei, sodass das Gerät bei fast jedem Ventil jedes Herstellers angebracht werden kann.

Ist das Thermostat montiert wird zuerst die sogenannte Adaptierfahrt durchgeführt. Dabei wird das Ventil einmal komplett auf- und wieder zugedreht. So weiß das das Heizungsthermostat, wie viele Umdrehungen es für die maximale Heizkraft braucht. Und weil diese Adaptierfahr ein paar Minuten braucht, packen wir schonmal das nächste Paket aus.

Cube

Die nächste Komponente ist der sog. Cube, der mit knapp 50€ auch das teuerste Gerät ist. Allerdings braucht man davon auch nur einen einzigen. Denn dieser etwa 8 x 8cm große Würfel stellt eine Verbindung zwischen den anderen Komponenten (z.B. Heizungsventile) und dem lokalen Netzwerk her. Dazu wird es am einfachsten mit dem beigelegten Ethernet-Kabel am Router angeschlossen; die Stromversorgung erfolgt über das mitgelieferte USB-Kabel. Für Verfechter von Bohrmaschinen liegt eine kleine Halterung bei, womit der Cube direkt an der Wand befestigt werden kann.

Max! Cube
Max! Cube

Über drei LEDs signalisiert der Cube, wenn er Strom und Internet hat. Leuchtet die dritte LED bedeutet das, dass eine Batterie im Heizungssteuerungssystem fast leer ist – dann sollte man über die Software mal nachschauen, wo man die Batterie wechseln muss.

Fensterkontakt

Zwar erkennen die Thermostate offene Fenster in einem gewissen Rahmen, können aber auch mal erst 20 Minuten später bemerken, dass das Fenster offen ist. Dieser höherer Hokus-Pokus kommt immer sehr darauf an, wie groß die Differenz aus Innen- und Außentemperatur ist.

Damit die Offene-Fenster-Erkennung zuverlässig funktioniert gibt es Fensterkontakte (ca. 20€ pro Stück), die an das Fenster geklebt oder geschraubt werden können (Schrauben bzw. Klebestreifen liegen bei). Einmal am Fenster angebracht kann der Fensterkontakt über einen Magneten feststellen, ob das Fenster geöffnet oder geschlossen ist. Ändert sich der Status eines Fensters wird das sofort allen Heizungsthermostaten im Raum mitgeteilt, worauf diese die Temperatur herunter regeln. Wird das Fenster wieder geschlossen passiert das selbe und die Thermostate im Raum stellen sich wieder auf die vorherige Temperatur ein.

Max! Fensterkontakt. Daneben: Geschlossenes Fenster.
Max! Fensterkontakt. Daneben: Geschlossenes Fenster.

Jeder Fensterkontakt kommt mit zwei Plastikhüllen in braun und weiß, sodass der Kontakt je nach Rahmenfarbe möglichst unauffällig getarnt werden kann. Eine eingebaute LED signalisiert durch kurzes aufleuchten, wenn das "Fenster jetzt offen/geschlossen"-Signal versendet bzw. empfangen wurde. Betrieben werden die Sensoren mit zwei AAA Batterien. Laufzeit der Batterien betragen hier laut Hersteller 5 Jahre.

Eco Taster

Während es Werktags nicht allzu schwer ist, einen regelmäßigen Heizplan aufzustellen, ist es zumindest in diesem Haushalt am Wochenende umso schwerer. Denn da kommt und geht quasi jeder, wann er will. Blöd für die Heizung, denn den ganzen Tag durchlaufen verbraucht viel Energie. Die Heizung am Wochenende ausschalten ist aber eine noch schlechtere Alternative.

Einen Mittelweg kann man mit dem Eco Taster (ca. 20€) einschlagen. Mit dem kleinem, batteriebetriebenem Taster lassen sich alle Heizungen im Haushalt auf eine Absenktemperatur, z.B. 16,5 °C, herabsetzen. Geht man also am Wochenende als letztes aus dem Haus, wird der Schalter auf 'Eco' gestellt und die Heizungen drehen herunter. Der Erste, der wieder kommt stellt den Schalter wieder auf 'Auto', womit der normale Wochenplan fortgesetzt wird und die Heizungen wieder auf die normale Raumtemperatur hoch drehen.

Max! Eco Taster
Max! Eco Taster

Der Schalter wird mit einem Rahmen geliefert und kann damit auf eine glatte Oberfläche geklebt oder geschraubt werden. Klebestreifen bzw. Dübel und Schrauben liegen bei. Alternativ kann der Schalter auch in bestehende Schalterrahmen eingesetzt werden, eine vollständige Liste findet man auf der Produktseite. Über eine LED in der Mitte des Schalters macht sich der Taster bemerkbar, wenn das Signal erfolgreich übertragen wurde. Betrieben wird der Schalter mit zwei AAA Batterien.

Wandthermostat

Das Max! Wandthermostat (ca. 30€) ist ähnlich dem Eco Taster ein Schalter; diesmal wird allerdings nicht der gesamte Haushalt sondern nur ein Raum angesteuert. Dazu besitzt das Wandthermostat ein LCD Display und sechs Knöpfe. Leider ist das LCD Display im Gegensatz zu dem der Heizungsthermostate nicht beleuchtet, was die Bedienung an schlecht beleuchteten Orten erschwert. Das Wandthermostat hat ein eingebautes Thermometer, sodass die Temperatur des Raumes nicht mehr direkt am Heizkörper über das Heizungsthermostat, sondern über das Wandthermostat gemessen werden kann.

Wie bei der Eco Taste kann auch das Wandthermostat geklebt, geschraubt oder in bestehende Rahmen gesteckt werden. Die Laufzeit mit den beiden AAA Batterien wird vom Hersteller auf 5 Jahre beziffert.

Max! Wandthermostat
Max! Wandthermostat

Beim ersten Start des Wandthermostat wird das Datum und die aktuelle Uhrzeit abgefragt. Hier kann man ruhig etwas ungenauer bleiben. Sind Wandthermostat und Cube erstmal miteinander verbunden, bekommt das Thermostat wie jedes andere Gerät die Uhrzeit aus dem Internet.

Anstelle des Max! Cubes kann auch das Wandthermostat die zentrale Stelle im Heizungssteuerungssystem übernehmen, wodurch dann kein Cube benötigt wird. Damit ist die Steuerung allerdings nur über das Wandthermostat möglich; die Steuerung über die Smartphone App, etc. fallen damit weg. Außerdem kann so nur ein einziger Raum angesteuert werden. Getestet habe ich nur den Einsatz mit Cube als Zentrale.

Installation

Sind die Komponenten alle angeklebt, alle Löcher gebohrt und alle Schalterrahmen neu bestückt, kann es an die Installation des Systems gehen. Dazu muss zuerst die Max! Software heruntergeladen werden. Sehr gut ist, dass es die sowohl für Windows, als auch für das von mir bevorzugte Mac OS X gibt. Schlecht ist, dass die Mac OS X Version bei mir nicht funktionierte.

Falls ihr also die Max! Software auf eurem Mac installiert habt und ihr euch wundert, dass der Mac Cube nicht gefunden wird, probiert erst einmal aus, ob ihr den Cube pingen könnt. Wenn das funktioniert, seid ihr vermutlich dem gleichen Bug zum Opfer gefallen wie ich. In dem Fall hilft nur: Windows installieren (in der Zwischenzeit könnt ihr ja mal eine freundliche Mail an den Support schreiben und nachfragen, warum sie so schnell auf Fehler in ihrer Software reagieren) und dort die Max! Software installieren. Denn auf Windows wurde zumindest bei mir der Cube gefunden und – ohne vorher gefragt zu werden – gleich auf eine neuere Firmware upgedated. Seit diesem Firmware-Update funktioniert dann auch die Mac OS X Version der Software korrekt.

Geräte anlernen

Ist die Software erstmal installiert und der Cube erkannt geht der Rest recht einfach: Über die Software wird per Klick auf den Button 'Neues Gerät' nach neuen Geräten gesucht, während man auf dem jeweiligen Gerät den 'Anlernen-Modus' startet. Dazu drückt man die Boost Taste etwas länger. Bei Eco Taster und Fensterkontakt funktioniert das Anlernen ähnlich. Haben sich Cube und Gerät gefunden legt man noch einen Raum an oder wählt einen vorhandenen Raum aus.

Konfiguration

Sind alle Geräte dem Cube vorgestellt worden kann's mit der Einstellung der Temperaturen und des Heizplans losgehen. Auch das funktioniert vollständig über die Software. Über 'Konfiguration' - 'Temperaturen' werden beispielsweise die verschiedenen Temperaturen eingestellt. Das Max! System merkt sich pro Raum vier Temperaturen: 'Eco Temperatur' (Absenktemperatur für Nachts oder wenn keiner Zuhause ist, z.B. 16,5 °C), 'Comfort Temperatur' (Normaltemperatur, z.B. 20,0 °C), 'Fenster geöffnet' und 'Maximale Temperatur'. Mit letzterem kann z.B. verhindert werden, dass die Heizung in Kinderzimmer zu hoch aufgedreht wird (für die ganz schlimmen Kinder ist in den Thermostaten aber auch eine Kindersicherung eingebaut).

Max! Software: Ändern der Temperaturen
Max! Software: Ändern der Temperaturen

Über den Menüpunkt 'Wochenprogramm' kann die automatische Steuerung angepasst werden. Dabei kann pro Wochentag ein anderer Zeitplan eingestellt werden. In 5 Minuten-Schritten können Zeitblöcke erstellt werden, die jeweils eine bestimmte Temperatur repräsentieren. Hilfreich ist hier die 'Tag kopieren'-Funktion, sodass der Plan gleich für mehrere Wochentage kopiert werden kann.

Max! Software: Ändern des Wochenprogramms
Max! Software: Ändern des Wochenprogramms

Weitere Einstellungen, die pro Raum geändert werden können sind:

  • Boost: Hier lässt sich einstellen, wie lange und wie weit das Ventil bei Betätigen der Boost-Taste geöffnet werden soll.
  • Entkalkung: Alle Thermostate führen einmal pro Woche eine Entkalkung durch. Dabei wird das Ventil kurz komplett geöffnet und anschließend wieder geschlossen. Das soll das Ventil schonen. Über den Menüpunkt kann eingestellt werden, wann die Entkalkung durchgeführt werden soll.
  • Geräte-Offset: Hier kann pro Thermostat eingestellt werden, welche Abweichung bei der Messung der Temperatur auftritt. Das ist hilfreich, wenn es direkt am Heizkörper zwar warm, aber an einer anderen Stelle im Raum kälter ist. Durch den Offset kann dann eingestellt werden, dass das Ventil immer etwas weiter aufdreht. Dabei ist ein Offset von -3,5 °C – +3,5 °C möglich.

Bedienung

Der Bedienung der Heizung erfolgt normalerweise pro Raum und kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Am naheliegendsten ist vermutlich die Steuerung über das Heizungsthermostat, das mit dem großen Drehrad förmlich zum dran rumspielen einlädt. Aber der Reihe nach.

Heinzungsthermostat

Über die Taste 'Auto / Manu' kann der Modus geändert werden. Beim Heizungsthermostat gibt es lediglich die Auswahl zwischen Automatikbetrieb nach Zeitplan und manuellem Betrieb. Beim manuellen Betrieb wird der Zeitplan komplett ignoriert. Beim Drücken der Taste '☾☼' kann zwischen der Eco- und der Comfort Temperatur gewechselt werden. Über das Drehrad können aber auch eigene Temperaturen in 0,5 °C Schritten eingestellt werden. Befindet sich das Thermostat im Automatikbetrieb wird die manuell eingestellte Temperatur bis zum nächsten Zeitabschnitt gehalten, danach gilt wieder die Temperatur des Zeitplans.

Beim Drücken der 'Boost'-Taste wird das Ventil 5 Minuten lang 80% weit geöffnet (wenn nicht wie oben beschrieben geändert). Das Display des Thermostats zeigt währenddessen einen Countdown an. Wie bereits oben erwähnt wirken sich all diese Änderungen auf den ganzen Raum aus – wenn also an einem Thermostat die Boost Taste gedrückt wird, werden auch alle anderen Ventile im Raum geöffnet. Die zeitliche Verzögerung beträgt dabei nur wenige Sekunden.

Fensterkontakt

Über die Bedienung der Fensterkontakt lässt sich im Grunde nicht viel erzählen. Wird ein Fenster mit Fensterkontakt geöffnet, wird dieser Status an alle im Raum befindlichen Heizungsthermostate gesendet, die daraufhin das Heizungsventil zudrehen. Die Temperatur bei geöffnetem Fenster kann in der Max Software konfiguriert werden. Auch hier beschränkt sich die Verzögerung auf etwa 2-3 Sekunden.

Eco Taster

Auch der Absatz über die Bedienung des Eco Tasters dürfte recht übersichtlich ausfallen: Beim Betätigen der 'Eco'-Taste werden alle Thermostate im Haushalt auf Eco Temperatur heruntergefahren. Beim Klick auf die 'Auto'-Taste wird der normale Betrieb wieder fortgesetzt. Ziemlich einfach, das Ganze.

Wandthermostat

Das Wandthermostat funktioniert recht ähnlich wie das Heizungsthermostat. Zwar sind die Tasten '☾' und '☼' einzeln vorhanden, tun aber sonst genau das gleiche. Statt der 'Auto / Manu'-Taste gibt es hier allerdings eine 'Mode Menu'-Taste. Damit kann zwischen den drei Modi 'Auto' (Regelung nach Zeitplan), 'Manu' (manuelle Regelung) und der Urlaubsfunktion gewechselt werden.

Die Urlaubsfunktion hat einen wie ich finde recht komischen Namen. Zumindest für das, was sie tut. In diesem Modus wird nämlich zuerst nach Datum und Uhrzeit gefragt. Anschließen kann eine Temperatur gewählt werden. Das Wandthermostat versucht nun bis zum angegebenen Zeitpunkt die gegebene Temperatur zu halten. Danach wechselt der Raum wieder in den Automatikbetrieb.

Auch beim Wandthermostat kann die Temperatur manuell über die '+' und '-' Taste geändert werden sowie die Boost-Funktion ausgelöst werden.

Max! Software

Auch über die lokale Software lässt sich das System steuern. Zur Auswahl steht hier das Automatikprogramm nach Zeitplan, die Eco Temperatur, die Comfort Temperatur oder eine manuell eingetragene Temperatur. Die Boost-Funktion ist allerdings nicht verfügbar.

Neben der Steuerung der Geräte kann über die Software auch der Status aller Geräte angezeigt werden. Dabei wird vom Status der Fensterkontakte über der Qualität der Funkverbindung bis zum Ladestand der Batterien alles angezeigt, was wichtig sein könnte.

Max! Software: Übersicht über alle Räume
Max! Software: Übersicht über alle Räume

Max! Portal

Auch über dieses Internet lässt sich die Heizung steuern. Dazu benötigt man das Max! Portal, das für drei Jahre Nutzung mit knapp 5 € zu Buche schlägt. Die ersten zwei Jahre sind allerdings kostenlos.

Die Aktivierung des Portal-Services erfolgt über die lokale Max! Software. Im Menü 'Internetsteuerung' kann man dazu einen Benutzernamen und ein Passwort festlegen. Danach kann man sich direkt im Max! Portal anmelden. Die Oberfläche ist sehr ähnlich zur lokalen Software, Features wie z.B. das Anlernen neuer Geräte fehlen hier allerdings.

Die angezeigten Daten sind keine Live-Daten. Ist das Portal-Feature am Cube aktiviert, sendet dieser alle 2 Minuten die aktuellen Daten an das Portal. Somit haben die angezeigten Daten ein maximales Alter von 2 Minuten (Ausfall etc. ausgenommen). Auch Änderungen, die über das Portal in Auftrag gegeben werden, werden erst nach maximal 2 Minuten umgesetzt, da keine Echtzeitverbindung zwischen Cube und Portal besteht. Dies sollte im normalen Betrieb allerdings nicht weiter tragisch sein.

iPhone/iPad App

Die App für iOS-Geräte bedient sich der Daten des Max! Portals und zeigt diese an. Wurde ein Raum ausgewählt kann die Temperatur geändert werden oder der Urlaubsmodus aktiviert werden. Außerdem wird angezeigt, ob die Fenster in dem Raum geschlossen sind oder nicht. Alternativ kann auch die Temperatur des gesamten Haushalts einheitlich geändert werden.

Max! iPad App: Schön geht anders.
Max! iPad App: Schön geht anders.

Was auffällt…

Seit ziemlich genau einem Monat teste ich nun das System. Dabei sind mir einige Dinge aufgefallen, die man verbessern könnte.

Ist-Temperatur

Sowohl die Thermostate als auch das Wandthermostat haben ein Thermometer eingebaut. Warum kann ich mir weder auf einem Display, noch in der Software anzeigen lassen, wie warm es nun wirklich ist? Jedes Display zeigt ausschließlich die Solltemperatur an; ein Wechsel zwischen den beiden Werten wäre zumindest beim Wandthermostat mehr als hilfreich.

Urlaubsfunktion

Die Urlaubsfunktion fällt in meinen Augen eher unfunktional aus:

  • es lässt sich kein Startdatum definieren, ab dem die Urlaubsfunktion startet. Das Startdatum ist immer jetzt. Als ob ich kurz vor Beginn des Urlaubs nichts besseres zu tun hätte.
  • die Urlaubsfunktion ist begrenzt auf eine konstante Temperatur, die dann Tag und Nacht gehalten wird. Das mag bei Urlauben à la "ich fahre weg" wunderbar funktionieren, weil die Temperatur immer die abgesenkte Temperatur (Eco Temperatur) sein kann. Bei Zuhause-Urlaubern bedeutet das allerdings, dass entweder der Zeitplan geändert werden oder Tag und Nacht geheizt werden muss. Hier fände ich es praktisch, wenn man einen typischen Urlaubstag zeitplanmäßig definieren könnte, inkl. Nacht- und Tagschaltung. Dieser Urlaubstag wird dann während des Urlaubs jeden Tag angewendet.
  • Es gibt unglaublich viele Menschen, die an genau definierten Tagen Urlaub machen bzw. zuhause sind: Schüler. Und Familien mit Schülern. Ich fände es praktisch, wenn ich im Max! System eintragen könnte "Ich bin Schüler in Bayern" und die Heizung wechselt an diesen Tagen automatisch in den Urlaubsmodus. Genau das gleiche wäre auch mit Feiertagen machbar. All diese Daten sind kein großes Staatsgeheimnis, der praktische Umgang damit würden das Max! System allerdings um ein großartiges Feature bereichern.

Lokale Software

Die lokale Software besteht im Grunde aus einem Webserver. Per Browser greift man dann auf diesen lokalen Webserver zu, der Anfragen wiederum an den Cube weiterleitet, der ja administriert werden soll. Hier fände ich eine Lösung wie beispielsweise bei viele Routern gut: Der Webserver ist direkt im Gerät (also hier im Cube) enthalten, sodass keine zusätzliche Software installiert werden muss. Denn die lokale Software scheint mir alles andere als zuverlässig zu sein. Hier sollte dringend nachgebessert werden…

Schnittstellen

Okay, da spricht jetzt wieder der Entwickler aus mir. Aber ich hätte gerne eine Programmier-Schnittstelle auf das Heizungssteuerungssystem. Gerne auch über das Max! Portal, das hat die Daten ja sowieso schon. Einfach eine REST-API zum lesen der aktuellen Daten und zum speichern von neuen Heizeinstellungen. Das wär' ein Traum.

Ich bin mir sicher, dass das gut auf das System wirken würde. Die iOS-App sind zwar nicht komplett grottenschlecht, aber besser geht es auf jeden Fall. Denn der Featureumfang der App ist eher gering. Vorsichtig formuliert. Da kann ja nichtmal die Boost-Funktion ausgelöst werden. Apps, die die Heizung automatisch hochdrehen, wenn du nach Hause fährst sind schließlich nicht unmöglich.

Ich fände es auch spannend, so etwas zentrales wie die Heizung mit Diensten wie z.B. IFTTT zu verknüpfen. Da tun sich ganz neue Möglichkeiten auf…

Bis jetzt nur theoretisch möglich: Wenn ich joggen gehe, heiz' doch schonmal das Bad vor…
Bis jetzt nur theoretisch möglich: Wenn ich joggen gehe, heiz' doch schonmal das Bad vor…

Fazit

Das Max! Heizunssteuerungssystem ist an sich eine super Sache. Die Hardware wirkt auf mich ausgereift und die Kommunikation über Funk funktioniert auch durch Wände und Türen einwandfrei. Wenn die Steuerungssoftware erstmal läuft funktioniert auch diese einwandfrei, hinterlässt jedoch einen faden Beigeschmack. Insgesamt kann ich das Max!-System aber ruhigen Gewissens weiterempfehlen.