sebbo.net

Nerdkompatible Nachttischentwicklung

Nachttische. Klein, klobrig und kantig stehen sie in der Ecke neben dem Bett und warten jeden Tag darauf Smartphones, Brillen und anderes Zeugs aufzunehmen, das man nachts eher weniger braucht. Ab und zu verirrt sich also auch mal ein Buch hierher. Hört sich ja eigentlich ziemlich praktisch an, so ein Nachttisch. Trotzdem hatte ich bis vor kurzem Keinen. Das musste ich natürlich ändern.

Vor ein paar Wochen hatte ich Urlaub. Nicht's zu tun. Und weil Nachttisch kaufen total langweilig ist nahm ich ein paar Spanplatten und meine nicht existenten Schreinerkünste und baute meinen eigenen Nachttisch. Garantiert nerdkompatibel.

Nachttisch

Tischplatten-Magie

Fangen wir doch oben bei der Tischplatte an: Die besitzt nämlich nicht nur ein kleines Loch, um das iPhone-Ladkabel durch die Platte zu fädeln. Die Platte lagert auf vier Metallschrauben, eine in jeder Ecke. Jedes Schraubenende lagert wiederum auf einem Drucksensor, sodass anhand der vier Sensoren festgestellt werden kann, wo und wie fest auf den Tisch gedrückt wird.

Ausgewertet werden diese Daten von einem Arduino, das im mittleren Teil des etwa 30 cm hohen Kastens untergebracht ist. Hier sind auch die beiden Lampen angeschlossen, die im Tisch verbaut sind.

Metallschrauben mit Druck-Sensoren

Nachttisch-Lichter

Die Eine ist eine alte IKEA Leuchte namens JANSJÖ, bei der die Klemme abgebrochen war. Klemme abgesägt, neues Kabel dran, Loch in den Tisch gebort, Lampe durchgesteckt, festgemacht, fertig.

Die andere Leuchte ist eine einfache LED aus einer ausrangierten Solar-Außenleuchte, die einem Fußball zum Opfer gefallen war. Die LED leuchtet jetzt das kleine Regal im Nachttisch aus.

Dank der Drucksensoren in der Tischplatte lassen sich die beiden Lampen durch leichten Druck auf die Tischplatte anschalten. Nach ein paar Sekunden geht das Licht dann wieder aus. Das Gewicht, das dafür auf die Tischplatte gedrückt werden ist übrigens etwas mehr als ein iPad wiegt – damit man ein iPad auf den Tisch legen kann, ohne dass gleich das Licht angeht.

Anschlüsse

Um das Teil mit Strom zu versorgen befindet sich im unteren drittel des Tisches genug Platz, um eine Steckdosenleiste inkl. allerlei Ladegerät unterzubringen. Durch einen kleinen Kabelschacht können die Ladekabel von dort bis nach oben in die Tischplatte und von dort nach draußen geführt werden.

Arduino im Nachttisch

Dank Ethernet-Shield besitzt der Nachttisch auch einen Netzwerkanschluss und kann per Telnet angesteuert werden. Im Moment kann man damit die Lichter einzeln an- und ausschalten sowie die Werte der Sensoren auslesen. Bis mir wieder mal extrem langweilig ist finde ich bestimmt noch weitere, nützlichere Dinge, die man mit einem IP-fähigem Nachttisch machen kann. Rollos hoch und runterfahren bei Doppeldruck auf eine Tischecke wäre doch ziemlich awesome, oder?

Katsching

Weil ich noch ein bisschen Platz hatte hab' ich noch eine Spardose eingebaut. Der Münzschlitz dafür ist auf dem Foto oben gut zu sehen (jaja, da hab ich falschrum gebort und das Holz ist ausgerissen – na und). Ich hätte gerne noch einen Katsching-Soundeffekt, wenn man eine Münze einwirft – aber die nötige Technik hatte ich grade nicht da.

Und jetzt ihr!

Wenn der ein oder andere jetzt denkt – hmm, irgendwie schon cool – dann baut euch doch auch einen eigenen Nachttisch und schickt mir ein Foto davon. Ich würde mich freuen.

Achja, und wenn ihr das "Nachtisch OS" sucht: das findet ihr auf GitHub.